Seifen aus Japan – von Keiko Takahashi – camelliacamellia – takesumi (bomboo) und Rose-Geranium Soap

Ein Brief hat uns erreicht. Ein Brief von ganz weit weg, aus Japan, von Keiko Takahashi, einer japanischen Seifensiederin. Ein sehr schöner Brief, auf ganz zartem Papier geschrieben – nachdem der Text vorher mit einem automatischen Translator übersetzt worden ist – handschriftlich (was für eine große Mühe), in einem schönen Umschlag, mit zwei Seifen. Vielen Dank!

Und obwohl ich sogar etwas japanische Verwandschaft zu meiner Familie zählen kann und die Übersetzung eines Textes kein Problem wäre, haben wir uns über diesen Brief sehr gefreut. Es ist recht lustig, wenn man einen automatisch übersetzten Text zu lesen bekommt, manchmal muß man etwas raten, um den Sinn zu verstehen und einiges bleibt einfach unverständlich, und trotzdem ist es gut zu wissen, daß die Seifenherstellung überall auf der Welt mit Freude und viel Liebe zum Detaile betrieben wird.

Es mag sein, daß gerade die große Entfernung neugierig auf den Inhalt macht, zwei wunderschön verpackte Seifen – einmal Bamboo und einmal Rose&Geranium -, dazu die fremden Schriftzeichen und natürlich auch die freundliche Geste, die lieben Worte. Doch im Grunde genommen haben wir uns alleine schon über den Kontakt gefreut, was schließlich auch heißt, daß man uns in Japan kennt. Genau solche Dinge machen die Welt für einen irgendwie größer. Deshalb stellen wir hier, auf unserem Seifenblog, die Seifen von Keiko Takahashi vor. Bomboo werden wir benutzen und Rose&Geranium werden wir in unserer Seifensammlung ausstellen.

Hier die Vorderseiten der beiden Seifenverpackungen.

Und hier die Rückseiten der beiden Seifenverpackungen.

Ausgepackt haben wir TAKESUMI (Bamboo Soap). Wie uns scheint, eine Seife ohne Parfum, fast schwarz, mit dem eingestempelten Namenszug camelliacamellia. Morgen werden wir die Seife zum duschen benutzen.

Die Seife fühlt sich ausgesprochen fest an, was für uns ein wichtiges Kriterium für gute Seifenrezepte ist; zu weich sollten Seifen nicht sein. Man merkt deutlich, daß sie rückfettend ist (nicht zu viel und nicht zu wenig) und sie sieht sehr schön aus. Bei der Benutzung schäumt sie nur wenig, weil sie vielleicht zu einem Großteil aus Olivenöl besteht. Sie hinterläßt ein angenehmes Hautgefühl. Einfach, schlicht und trotzdem mit einem hohen Wiedererkennungswert: CAMELLIA CAMELLIA.

Vielen Dank und für alle die es interessiert: In Japan heißt Seife Sekken.

Und hier die Internetseite von Takahashi Keiko aus Japan: CAMELLIACAMELLIA

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Seifenkraut – die passende Pflanze für alle die Seife lieben

Das SEIFENKRAUT Saponaria officinalis gehört zur Odnung der Nelkenartigen (Caryophyllales), in die Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und seinen für SeifenliebhaberInnen so wohlklingenden Namen verdankt es der Gattungsbezeichnung Seifenkräuter (Saponaria) und der jeweiligen Art – in unserem Falle – Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis). Was für ein wohlklingender, vielversprechender Name.

Und dabei ist das Gewöhnliche Seifenkraut eine recht unscheinbare Pflanze, die manchmal auch als Seifenwurz, Echtes Seifenkraut oder Wachwurz bezeichnet wird. Hauptsache Seifenkraut, denkt sich der Seifenfreund/ die Seifenfreundin, der Name ist Programm und Musik in unseren Ohren. Nur warum hat die Pflanze diesen Namen?

Am bekanntesten ist diese Gattung durch das von Vorderasien und Südeuropa bis nach Deutschland an den Hecken und Flußufern verbreitete, in Gärten häufig,  auch in gefüllten Formen, kultivierte und durchaus verwilderte Seifenkraut, S. officinalis, ein bis 1 m hohes Gewächs, dessen hell fleischfarbene bis weiße, in großen Blütenständen beisammenstehende Blüten erst im Hochsommer erscheinen. Die viel Saponin, einen stark schäumenden, krazend schmeckenden Stoff, enthaltende Wurzel wurde früher allgemein und noch heute gelegentlich sowohl in Deutschland wie auch in Südeuropa zum Waschen, besonders von Kleidern mit empfindlichen Farben, benutzt und gelangt als Seifenwurzel (Radix saponariae) in den Handel; schon Hippokrates kannte dieses Waschmittel.

Aus Otto Warburg: “Die Pflanzen Welt“, in III Bänden, Band I., Bibliographisches Institut, Leipzig, 1923, S. 570

Interessant für die Verwendung als Waschmittel sind die Rhizome des Seifenkrauts (die Wurzeln/ der Wurzelstock, 2 Bez. die nicht ganz richtig sind, aber der allgemein. Verständlichkeit halber hier genannt werden). Ein Rhizom, und das ist der korrekte Begriff, sollte nicht mit einer Wurzel verwechselt werden, weil es ganz anders als dieses Geflecht, aus verdickten Internodien (Teil der Sproßachse) besteht, keine Kalyptra (Wurzelhauben) besitzt und ganz anders als Wurzeln mit Blattnarben bestückt ist. Anschauliches Bsp. für ein schönes Rhizom ist der Ingwer.

Als waschaktive Substanz ist in den Rhizomen Triterpensaponin (etwa 3 bis 5%) enthalten. Man kann einen wässrigen Auszug anfertigen und diesen für die Reinigung der Kleider verwenden. Die Verwendung der anderen Pflanzenteile ist möglich, bringt aber nicht so viel und es sei auch gleich dazugesagt, daß die wässrigen Auszüge aus Blättern und Blüten, als Beigabe für Waschmittel und Shampoos, manchmal auch als Tee (Expektorans) verwendet, ganz wunderbar die Haut reizen können. Wozu? Nur weil es pflanzlich ist?

Vorsicht wäre in jedem Fall bei der innerlichen Anwendung geboten. Denn obwohl die Pflanze im wahrsten Sinne des Wortes ein Kulturbegleiter ist und vermutlich seit Jahrtausenden schon angepflanz wird, in diesem Zusammenhang natürlich auch für medizinische Zwecke eingesetzt wurde (und auch noch wird), sollte man wissen, daß Saponindrogen zu Erbrechen führen können, weil sie schwach giftig wirken. Jedenfalls empfehlen wir allen, die ein schleimlösendes Medikament benötigen, zuerst einen Arzt und anschließend eine Apotheke aufzusuchen, weil das der richtige Weg wäre. Und wer meint, er hätte mit dem Seifenkraut ein biologisch, naturverträgliches Waschmittel, dem sei gesagt, daß diese Saponine durchaus stark giftig für Fische sein können, was mit einem Stück Seife aus Pflanzenölen bestimmt nicht passiert.

Trotzdem eine sehr schöne und interessante Pflanze, dieses SEIFENKRAUT.

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Schöne Seifenbildchen – KAPPUS Seifenwerbung

Und hier ein weiteres, sehr schönes Seifenbildchen von der Firma Kappus. Die Werbung mit dem roten Regenschirm stammt aus den Jugendtagen, der Zeit zwischen 1912 und 1915. “Nimm Kappus-Seife” hieß es damals und das können Sie noch heute tun.

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Schöne Seifenbildchen – SUNLICHT Werbeschild

Eine schöne SUNLICHT Werbung. Nicht ganz einfach ist hiebei die Festlegung auf eine Jahreszahl. Ich würde das Bild vom Motiv her irgendwo in die Zeit zwischen 1910 und 1925 stecken. Doch bis in die 30er Jahre hinein wurde SUNLICHT noch unter SUNLIGHT geführt. Erst die Nationalsozialisten legten Wert auf deutsche Bezeichnungen und Namen und so kann es durchaus sein, daß die ursprüngliche, vielleicht ältere Werbung in Deutschland in dieser Form, mit diesem Schriftzug, erst um 1930 Verwendung fand.

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zitty SPEZIAL SHOPPING AUSGEZEICHNET 2012

Auch unser neues Geschäft in den Hackeschen Höfen hat es in das zitty SPECIAL SHOPPING 2012 geschafft. Darüber freuen wir uns.

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“Einfach mal Duft schnappen” – Die BERLINER MORGENPOST vom 25. 10. 2011 war bei 1000 & 1 Seife zu Besuch.

Unter der Rubrik BERLINER PERLEN findet sich in der aktuellen Ausgabe der BERLINER MORGENPOST (25. Oktober 2011/ Seite 19) ein schöner Artikel von Kirsten Schiekiera (Text) mit Fotos von Jakob Hoff.

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Internationaler Tag des Händewaschens – 15. Oktober – Global Handwashing Day

Damit jeder Tag ein Tag des Händewaschens wird!

Global Handwashing Day ist immer am 15. Oktober und in den offiziellen Stellungnahmen zum Thema kommt zum Glück auch die Seife nicht zu kurz. Das Motto hier lautet nämlich: Händewaschen mit Seife!

Every day, families around the world battle communicable diseases such as diarrhea and acute respiratory illnesses. Annually, these two illnesses kill more than two million children under the age of five. Every family can follow basic steps to prevent these diseases, including simply washing hands with soap at critical moments.

Aus: Governments-Handwashing-Report

Begangen wird dieser Tag, der auf die hygienischen Mißstände in vielen Ländern der Welt aufmerksam machen soll, seit dem 15. Oktober 2008. Denn noch immer sterben Jahr für Jahr ca. 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren an bakteriellen Infektionen (an Durchfallerkrankungen) und weitere fast zwei Millionen Kinder sterben an Lungenentzündung. Das einfache Händewaschen mit Seife – vor dem Kochen, den Mahlzeiten und nach dem Toilettengang – kann diese Krankheitsrisiken deutlich reduzieren und selbst die Überlebensrate von Neugeborenen steigt, wenn die Mütter auf dieses einfach zu praktizierende Ritual achten. Händewaschen mit Seife schützt vor Krankheiten und ist obendrein leicht, billig und fast überall zu praktizieren.

Händewaschen ist somit eine der billigsten und wirksamsten Maßnahmen gegen das Sterben von Kindern.

Es ist nämlich nicht so, daß Seife und Wasser gar nicht zur Verfügung stehen würden. Nein, selbst in den meisten der ärmsten Ländern der Erde sind diese beide Dinge durchaus vorhanden, sie werden nur nicht in ausreichender Weise für ein Minimum an Hygiene genutzt und genau darauf möchte der Global Handwashing Day gemeinsam mit Lehrern, Schulen, den Kindern, ihren Eltern und zahlreichen lokalen Politikern vor Ort aufmerksam machen.

www.globalhandwashingday.org

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www.globalhandwashingday.org/Press-Release-GHD2011.pdf

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Seifenpresse für Seifenreste – das Instrument der Sparsamkeit – der Seifenreste-Sammler

Wenn eine Seife nach mehreren Wochen intensiver Benutzung zu klein für große Hände geworden ist, kann man das Stück entweder in kleine Kinderhände übergeben, oder man stopft es in einen Seifenrestebeutel. Das tun (oder taten) besonders die Menschen im Osten, weil sich dort der Seifenrestebeutel Perli großer Beliebtheit erfreute und noch immer erfreut, während die bundesdeutschen Nachbarn, angeblich bis heute, auf umfunktionierte Knoblauchnetze zurückgreifen (sollen). Die Ärmsten. Natürlich kann mit etwas Kraft und Druck ein kleines, altes Stück Seife auf ein neues, großes Stück gedrückt werden. Dafür gab es sogar richtige Geräte, welche sich in den ersten Nachkriegsjahren großer Beliebtheit erfreuten, weil Seifen zu den besonders kostbaren Gütern gehörten. Und natürlich kann man zu kleingewordene Seifenreste auch entsorgen. Aber diesen Frevel wollen wir hier gar nicht weiter ausmalen. Nein, es gibt nämlich noch die Seifenpresse für Seifenreste, den Seifenreste-Sammler.

Um dieses aus drei Teilen bestehende Gerät nutzen zu können, muß man fleißig Seifenreste sammeln, was uns natürlich nicht schwerfällt. Einfach alle Seifenreste in eine Dose und wenn man genug gesammelt hat, kippt man etwas kochendes Wasser auf die Seifenreste, damit diese schön weich werden.

Nachdem die Seifenreste schön durchgeweicht sind, knautscht man diese in den Seifenreste-Sammler. Ja so sieht er aus. Eine dicke Plastikscheibe auf der einen Seite, eine weitere Plastischeibe auf der anderen und dazwischen ein Stückchen Rohr.

Jetzt kommt der Deckel drauf und es wird feste gedrückt. Und da beide Endstücken nicht richtig dicht abschließen, kann das Wasser herauslaufen und überschüssige Seifenmasse quilt heraus. Ist alles etwas schmierig. Aber wer sparsam ist muß das aushalten.

Anschließend nimmt man zuerst auf einer Seite den Deckel ab und begutachtet die Qualität der Pressung.

Ist alles schön glatt und homogen, kann man auch die Abdeckung auf der anderen Seite entfernen und die Seifenresteseife vorsichtig herausdrücken. Diese sollte jetzt einige Tage durchtrocknen und schon hat man wieder ein großes, schönes, buntes Stück Seife.

Aber fragen Sie uns jetzt nicht, wo es den Seifenreste-Sammler zu kaufen gibt. Er gehört seit vielen Jahren zu unserer Seifensammlung und wird – wenn es thematisch paßt – auch hin und wieder ausgestellt. Doch verkauft wird er nicht und wir haben keine Ahnung, wer solche tollen Gerätschaften erfindet, baut und verkauft. Das hier abgebildete Exemplar stammt ursprünglich aus dem Sortiment des Waschbär-Versandhandels.

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Von Sunlicht und Sunlight, Port Sunlight und unsere Seifensammlung in den Hackeschen Höfen

SUNLICHT Seifen aus mehreren Jahrzehnten, in verschiedenen Verpackungen, aus Deutschland, den USA, Australien und sogar aus Indien. Ob SUNLICHT oder SUNLIGHT, ob Haushalts- Familien oder ganz normale Handseife, SUNLICHT ist weltbekannt und nach der Seife wurde sogar eine ganze englische Hafenstadt benannt: PORT SUNLIGHT.

Ich lief ungefähr eine halbe Meile, aber es lohnte jeden pitschnassen Schritt. Port Sunlight war wunderschön, eine richtige Gartenstadt, und es bot einen viel fröhlicheren Anblick als die dichtgedrängten Steincottages von Saltaire. Hier gab es offene grüne Plätze und ein Pub und hübsche kleine, hinter viel Blattwerk verborgene Häuser. Keine Menschenseele war zu sehen, und nichts schien geöffnet zu sein – weder die Läden noch das Pub noch das Heritage-Center noch die Lady Lever Art Gallery. Sehr frustrierend, aber ich machte das Beste daraus, daß heißt, einen langen Spaziergang durch die verregneten Straßen. Ein bißchen überrascht war ich über die Fabrik, die offenbar immer noch am laufenden Band Seife produzierte. Doch damit erschöpfte sich auch das, was Port Sunlight an einem feuchten Samstag außerhalb der Saison zu bieten hatte. Ich trottete wieder zur Bushaltestelle, an der ich erst vor so kurzer Zeit ausgestiegen war, und wartete eineinviertel Stunden in strömendem Regen auf einen Bus nach Hooton, was noch weniger lustig war, als es klingt.

Aus: Bill Bryson, “Reif für die Insel – Emgland für Anfänger und Fortgeschrittene”, Goldmann, München, 15. Auflage, S. 237

Port Sunlight wurde als Modelstadt (als Gartenstadt) von den Lever Brüdern William Hesketh Lever (1851–1925) und James Darcy Lever (1854–1910) konzipiert. Die Bauarbeiten für die für damalige Verältnisse ausgesprochen fortschrittliche Wohnsiedlung begannen 1888.

Heute gehört Port Sunlight zum Verwaltungsdistrikt der Metropolitan Borough of Wirral, Merseyside, England. (Wirral ist ein Verwaltungsbezirk in der Grafschaft Merryside und Metropoltian Borough bezeichnet eine ganze Verwaltungseinheit). Es liegt zwischen Lower Bebington und New Ferry, auf der Halbinsel Wirral.

Mit der Seifenproduktion angefangen hatten die Brüder William und James 1885, zusammen mit dem Chemiker William Hough Watson. Dieser hatte damit begonnen, Seifen aus pflanzlichen Fetten – überwiegend Palmfett – herzustellen, nicht aus Rindertalg wie damals üblich, und dazu noch eine bestimmte Menge Glycerin zusätzlich zu verarbeiten. Das als Honigseife verkaufte Waschmittel wurde später zur Sunlight Soap und weil es sich gut verkaufte, mußte man schon bald die Produktionstätten ausbauen. Man erwarb die sumpfige Gegend bei Bromborough Pool auf der Halbinsel Wirral, in Cheshire, südlich des Flusses Mersey und errichtete dort neben einer Seifenfabrik eine vorbildliche Wohnsiedlung für die Arbeiter – Port Sunlight. Bis 1914 wurden insgesammt 800 Häuser für ca. 3500 MitarbeiterInnnen und ihre Familien errichtet. Darunter zahlreiche öffentliche Gebäude, die einen sozialen Nutzen für die Bevölkerung hatten. Es gab neben einem Kindergarten und einer Schule natürlich ein Krankenhaus, ein Freibad, eine Kirche, ein Hotel und eine Konzerthalle. Nicht zu vergessen, die Lady Lever Art Gallery.

1899 kam mit der Sunlicht-Seife die erste Markenkernseife in Deutschland in den Handel. Bekannte Marken von Lever waren und sind die Marken Lifebuoy, Lux, Rexona und auch die berühmte Glycerinseife Pears (A & F Pears) gehörte bald schon zum Konzern, der selbst in Australien eine Tochtergesellschaft gegründet hatte. Die in Deutschland so beliebte Lux erhielt ihren jetzigen Namen 1957, als aus LUXOR Lux wurde.

Und natürlich finden Sie viele Sunlichtseifen in unserer Seifensammlung/ der Seifenausstellung bei 1000 & 1 Seife in den Hackeschen Höfen/ Hof 4, in der Rosenthaler Straße 40/ 41, in 10178 Berlin Mitte.

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Zufällige Entdeckung in den Hackeschen Höfen

Ein schöne Entdeckung in den Hackeschen Höfen, ein Fundstück des Zufalls, verbunden mit der Erkenntnis, daß man genauer hinschauen sollte. Denn tagtäglich lief ich wohl an diesem Schild vorbei, unachtsam, vermutlich in der Gewißheit, daß es sich auch bei dieser Hinweistafel nur um ein weiteres Verbotsschild handeln würde. Was für Schilder sonst hängen denn so gut sichtbar herum? Doch neulich belehrte mich ein kurzes Innehalten an dieser Stelle eines Besseren und mit einem Schmunzeln gebe ich dieses Bild der hier mitlesenden Öffentlichkeit bekannt. Man muß einfach viel aufmerksamer durch die Gegend spazieren.

Solche Details sind u.a. für unseren Wechsel aus den Rosenhöfen in die Hackeschen Höfe verantwortlich. Diese Mischung aus Kunst und Kultur, Shopping – mit eindeutigem Bezug auf Handwerk und Handarbeit made in Berlin – Gemütlichkeit und Service macht die Höfe nicht nur für uns so interessant und liebenswert.

Bei aufkommenden Emotionen bitte hier streicheln.

Hinter dem Kürzel H. P. Adamski verbirgt sich der Künstler Hans Peter Adamski, der seit 1998 Professor für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden ist und in Berlin und Dresden lebt und arbeitet.

Die Homepage von Professor Adamski

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1000 & 1 Seife – Das neue Geschäft und Bilder aus der Seifenausstellung/ Seifensammlung

So langsam nimmt es doch Gestalt an. Manche Dinge brauchen bei uns Zeit und auf viele Sachen müssen wir etwas sparen und was selber zu machen ist, das machen wir ohne fremde Hilfe, ohne zusätzliche Kosten. Und weil wir zusammen nur vier Hände haben und ein Tag nur 24 Stunden hat, von denen wir doch einige für den Schlaf benötigen, wird das neue Geschäft erst jetzt so nach und nach fertig. Aber seit dem vergangenem Wochenende ist die Sammlung zu einem Großteil ausgepackt und ausgestellt, die Schaukästen sind alle beleuchtet und selbst die kleinen Setzkästen wurden reichlich bestückt. Jetzt spiegelt der kleine Laden noch viel mehr von unserer Leidenschaft und wirklich interessierte Menschen werden bestimmt ihre Freude haben. Außerdem haben wir für deutlich mehr Licht gesorgt (ist aber noch nicht ganz fertig), und jetzt, wo es abends schneller dunkel wird, sind wir viel besser zu erkennen. Na und wer nicht so gut gucken kann, der geht einfach immer der Nase nach.

Und hier einer meiner liebsten Schaukästen. Frankreich I, mit der Savon la Girafe.

Seifen aus Asien. Also Japan, China, Nord- und Südkorea, Vietnam, Thailand und Laos. Darunter auch viele handgemachte Stücke.

Und dann haben wir natürlich auch viele Seifen aus Down Under. Sie können ja mal raten, wie wohl die Seifen riechen, auf deren Verpackungen niedliche Koalabärchen abgebildet sind. Sagen wir mal so, es sind trotzdem keine Hustenbonbons.

Zum Schluß noch eine Abteilung mit Seifen aus der DDR und der BRD. Eine bunte Mischung, unser Beitrag zur Vereinigung. Seifentechnisch ging das fast reibungslos, jedenfalls bei unserer Sammlung.

Zu sehen ist die Sammlung bei 1000 & 1 Seife in den Hackeschen Höfen, Hof 4 (Brunnenhof), täglich von 11 bis 19 Uhr.

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Soapys – Fellseifen, Zauberseifen – die Seife der ein Fell wächst. Aus der Seifensammlung/ Seifenausstellung von 1000 & 1 Seife in den Hackeschen Höfen

Wuchs (die Vergangenheitsform) müßte es besser heißen, denn die Firma ALGI, welche die SOAPYS Zauberseifen über viele Jahrzehnte hinweg hergestellt hat, gibt es leider nicht mehr und so ist dieser Text mit seinen vielen Fotos zugleich ein Stück Erinnerung an die niedlichen Seifen in Tierform. Kätzchen, Häschen, Küken, Eichhörnchen, Schneemann, Zwerg und Nikolaus. Sieben kindgerechte Formen und jeden Morgen die spannende Frage, ob das Fell über Nacht noch weiter gewachsen war.

Vorsichtig, mit spitzen Fingern (damit man die empfindliche Oberfläche nicht abwischte), mußte man die Seifchen aus dem Beutel herausholen und dann stellte man sie besser gleich im Badezimmer auf. Hohe Luftfeuchtigkeit und wenig Zugluft waren die Garantie für ein langes, dichtes Fell.

Und schon nach zwei, drei Tagen ging es langsam los. Ein zarter Flaum auf der Oberfläche kündigte den Spaß an und nun hieß es Finger weg, denn die Oberfläche war höchst empfindlich.

Nach weiteren vier bis fünf Tagen war das Fell ausgewachsen und mit etwas Glück und Geduld hatte sich der Pelz schön lang und dicht entwickelt. Anfassen durfte man die Tierchen trotzdem nicht. Das Geheimnis des Fells war nämlich eine kristalline Oberfläche. Chemisch gesehen völlig unbedenklich. Es handelte sich um Kieselsäure. Und da sich kristalline Strukturen gegenseitig aufbauen, aneinander abstützen und gemeinsam schwingen, war jede Berührung zu vermeiden. Die zarten Kristalle der Kieselsäure stützen sich aneinander ab und so wäre das Loch, welches ein neugieriger Finger hinterlassen hätte, immer gleich doppelt so groß gewesen. Produziert wurden die Soapys von Mitte der 60er Jahre bis Anfang 2010. Sie wurden übrigens von Hand bemalt und dort wo Farbe war, dort wuchs den Tierchen kein Fell.

Und hier haben wir noch ein weiteres Bild aus unserer Seifensammlung, der kleinen Seifenausstellung, die wir in unserem Geschäft zeigen. Die Seifenzwerge der Firma ALGI wurden zwischen 1955 und 1960 produziert. Gänzlich aus Seife und komplett bemalt.

Bitte rufen Sie uns nicht mehr wegen der Zauberseifen an. Die Firma ALGI mußte leider Insolvenz anmelden, die Soapys werden schon seit Februar 2010 nicht mehr hergestellt und unsere eigenen Vorräte sind längst aufgebraucht.

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Seifensammlung, Seifenausstellung – Die POP SOAP von LUHNS aus Wuppertal. Die sexquisite Luxusseife mit einem erregenden Duftgenuß.

Markenseifen haben das hohe Niveau ihrer guten Tradition.

Made in Western-Germany

Mit der POP SOAP brachte die Seifenfabrik LUHNS aus Wuppertal ein Produkt auf den Markt, welches den sich verändernden Waschgewohnheiten, den neuen Ansprüchen des modernen Bundesbürgers/ der modernen Bundesbürgerin Ende der 60er Jahre in Form, Farbe, Geruch und Verpackung entsprach. 100 Jahre Seifentradition, Qualität und Kompetenz in Sachen Waschmittelherstellung.

Wasche mit Luhns, denn viele tun`s.

Zusammen mit seiner Ehefrau Pauline gründete August Luhn 1869 in Wuppertal die Seifenfirma LUHNS. Wobei es wohl Pauline war, die ihrem Mann bei der Umsetzung dieser Idee ganz schön Beine machte. Interessant ist, daß LUHN der plattdeutsche Begriff für Schmutz ist und genau diesem rückte die geschäftstüchtige Familie zu Leibe. Nur drei Jahre später wurde der Firmenname als Marke vom Patentamt eingetragen und um 1900 war man ohne jeden Zweifel der Branchenprimus (mit einer Spezialisierung auf Schmierseifen).

Am roten Band wird LUHNS erkannt

Und nachdem man mit einem 3-Tonnenkessel klein angefangen hatte, betrieb man wenig später angeblich die drei größten Siedekessel in Deutschland und man verfügte sogar über einen eigenen Beladebahnhof, wo viele Waggons gleichzeitig gefüllt werden konnten. Die Produktion umfaßte schon damals alle Formen handlesüblicher Waschmittel. Also Kernseifen, Feinseifen, Rasierseifen, Waschpulver, Waschpasten. Man produzierte Haarpflegemittel, brachte Geschenkverpackungen mit Seifen auf den Markt und stellte Rasierwasser und Cremes her.

Im 2. Weltkrieg wurden große Teile der Fabrik durch Luftangriffe zerstört. Doch nach dem Aufbau und dem Beginn der Produktion war man schnell wieder in einer Spitzenposition und es war die Firma LUHNS, die ein erste Waschmittel (Seifenpulver) mit Schaumbleiche auf den Markt brachte.

LUNIKA wäscht wunderbar

Na und 1969 gab`s zum 100. Geburtstag der Firma LUHNS (bei der inzwischen ca. 700 MitarbeiterInnen beschäftigt waren) die POP SOAP, die sexquisite Luxusseife, die natürlich zu unserer Seifensammlung/ Seifenausstellung gehört.

Der neue Typ einer Schönheitsseife: mutig, lebensfroh, sexquisit, kosmetisch tiefenwirksam und fein schäumend.

1970 kam es zu einem Großbrand mit verheerenden Folgen, zwei Jahre später (1972) zog sich die Familie Luhns aus dem Unternehmen zurück (die Marke ging in einer Aktiengesellschaft auf) und bis heute wurden die Anteile immer wieder verkauft. Seit Anfang 2010 gehört das Unternehmen zur HANSA GROUP AG, einem Börsenunternehmen. Heute stellt die Firma Waschmittel und Weichspüler, Putz- und Reinigungsmittel, Shampoos und Produkte für die Haarnachbehandlung her.

Und es war nur einer sehr geschickten Firmenpolitik zu verdanken, daß die Feinseifenproduktion der Firma LUHNS so lange bestehen konnte – diese wurde erst 2001 komplett eingestellt. Mit einer Mischung aus eigenen Herstellermarken (die unter dem Namen LUHNS verkauft und beworben wurden) und zahlreichen Handelsmarken für die Discounter LIDL und ALDI war dies überghaupt so lange möglich gewesen.

Wissenswertes zu LUHNS

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Seifensammlung, Seifenausstellung – PULIA Handwaschtabletten von PUHL & CO. Berlin

Schon eine PULIA Handwasch-Tablette reinigt stark beschmutzte Hände gründlich aber schonend. Da frei von sandigen Bestandteilen.

Viele werden es nicht mehr wissen und bestimmt haben es gar nicht alle Berliner und Berlinerinnen gewußt: Doch es gab in Berlin mal eine richtige Seifenfabrik, PUHL & CO. BERLIN. Ist noch gar nicht so lange her. Und natürlich haben wir auch PUHL-Seifen in unserer Seifensammlung. Aber eines der schönsten Produkte sind die Handwaschtabletten der Marke PULIA. Verpackt wie eine kleine Packung Zigarillos zu 4 x 13 Stück in Alufolie und ganz kinderleicht zu benutzen.

GEBRAUCHSANWEISUNG

Entweder: Eine PULIA Tablette in die hohle Hand legen, wenig Wasser hinzugeben, angefeuchtete Tablette mit der anderen Hand zerdrücken.

oder: Eine trockene PULIA Tablette so zerdrücken (siehe Abb.) Dem entstandenen Pulver mit der anderen Hand wenig Wasser hinzufügen.

Mit dem entstandenen Brei wie üblich, jedoch mit wenig Wasser gründlich waschen. Anschließend Hände abspülen.

Noch handlicher, wenn Sie den Plastik-Taschenspender benutzen, der den INhalt einer Stanniolrolle aufnimmt. TROCKEN AUFBEWAHREN.

Schaut man sich die Tabletten genauer an, dann fällt deren leicht rauhe, leicht körnige Oberfläche auf und natürlich fragt man sich – wenn man sich für Seife interessiert – ob es sich bei der PULIA überhaupt um Seife handelt. Jetzt, Jahrzehnte später, ist das nicht mehr ganz so sicher, weil unsere Packung auch schon etwas älter ist. Irgendein Abrasivstoff ist sichtbar und eine einzelne Rolle mit 13 Tabletten erscheint zu leicht für Seife. Aber man darf sich da nicht täuschen lassen. Selbstverständlich handelt es sich bei der PULIA um Seife, um eine Seife, die im Sprühverfahren hergestellt und die anschließend in einer Tablettenpresse in Form gebracht wurde. Und als Abrasivstoff nahm man hier keinen Sand, sondern Sägemehl. Das ist schonender für die Hände und weil es zudem noch leichter ist als Sand und schwimmt, verstopfte dieses Produkt nicht die Trapse unter den Waschbecken. Sand lagert sich ab, Sägespäne werden mit weggespült. Ganz einfach.

Wie alt die Packung ist, wollen Sie jetzt wissen? Keine Ahnung. Das Problem ist nämlich, daß die PULIA bis zum März 1996 noch produziert wurde. Erst dann war Schluß mit der industriellen Seifenherstellung in Berlin, der Firma PUHL & CO. und der PULIA Handwaschtablette. Aber so wie die Packung erhalten und gestaltet ist, wie die Tabletten noch riechen und wie sie aussehen, würde ich auf Mitte der 60er Jahre tippen.

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Warum Seife? Positive Gedanken zur Verwendung fester Seifen.

und eine Antwort auf die Frage, warum das ganze Gerede über den pH-Wert von Seifen am eigentlichen Thema vorbeiführt.

Obwohl die Benutzung von festen Seifen wieder etwas mehr in Mode kommt – und wir glauben, daß die vielfältig, in Handarbeit hergestellten Stücke dazu einen wichtigen Beitrag geleistet haben – kann man vermutlich davon ausgehen, daß die meisten Menschen in Deutschland bei der Körperreinigung auf flüssige Waschmittel (Duschgele) oder hautneutrale Waschstücke (Syndets) zurückgreifen und oft können wir es in unserem Geschäft erleben, wie Leute ein Stück Seife kaufen, nur um dieses anschließend in den Wäscheschrank zu legen. Seife ist manchmal ein Geschenk für andere, mit fester Seife kann man ein kleines Bad angenehm beduften und feste Seifen sind natürlich auch recht dekorativ. Doch zum waschen nehmen viele Menschen dann doch lieber ein Duschbad. Warum?

“Ich vertrag ja gar nichts anderes.”

“Seife trocknet meine Haut zu sehr aus”.

“Seife hat einen ungünstigen pH-Wert”.

“Ich nehm nur flüssige Waschmittel aus der Apotheke, weil die so mild sind”.

“Meine Haut ist so empfindlich, da kann ich nur Arztseife nehmen”.

So klingt es leider häufig, wenn Kundinnen und Kunden ein Stück Seife kaufen, daß verschenkt werden soll, oder als dekoratives Stück ein Bad parfumieren und schmücken darf. Geduscht und gebadet wird mit flüssigen Waschmitteln, die am Ende meist viel billiger sind als viele der festen, hochwertigen Seifen die wir anbieten. Zum hinlegen, zur Dekoration, für den Duft und für den Wäscheschrank, da spielt der Preis fast keine Rolle. Aber wenn es um die Körperpflege selber geht, greifen die meisten Menschen auf billige, flüssige Waschmittel zurück und viele meinen gar, daß man sich mit festen Seifen überhaupt nicht waschen kann. Nur vor dem Hintergrund eines immer wichtiger werdenden Verbraucherschutzes, kann man die Werbung für synthetische, flüssige Waschmittel, die seifenfrei den Säureschutzmantel der Haut bereits unter der Dusche schonen, und diesen regulieren, durchaus auch kritisch betrachten.

1. Sparsamkeit Feste Seifen sind viel sparsamer als flüssige Waschmittel.

2. Überdosierung Feste Seifen lassen sich nicht so leicht überdosieren, was gerade bei empfindlicher Haut ein großer Vorteil ist und nicht ohne Grund empfehlen viele Dermatologen sogar bei Neuroderimits die Verwendung fester Seifen.

3. Zielgerichtet gegen trockene Haut Anders als flüssige Waschmittel waschen feste Seifen fast nur dort, wo sie waschen sollen. Sie laufen jedenfalls nicht so unkontrolliert über den ganzen Körper und leicht lassen sich empfindliche Körperpartien aussparen. Zudem kommt es bei fester Seife zu einer leichten Quellung der Haut, wobei über die Hornschicht vermehrt Wasser gespeichert wird. Ein Effekt, der sich gerade bei trockener Haut nach dem Waschen positiv bemerkbar macht, und der die Zeit überbrückt, bis sich der Säureschutzmantel regeneriert hat. Bei sauren, synthetischen Flüssigseifen funktioniert das nicht. Man muß dazusagen, daß diese Besonderheit bei der Benutzung von festen Seifen nicht unumstritten ist.

4. Rückfettend Feste Seifen sind natürlich auch rückfettend und mild und der basische pH-Wert relativiert sich unter der Dusche sehr leicht. Zumal man von festen Seifen deutlich weniger benötigt und verbraucht (ca. 2g für einen Erwachsenen). Flüssige Waschmittel fühlen sich zwar schmierig, ölig und rückfettend an … wo steht, daß sie es auch tatsächlich sind?

5. Konservierungsstoffe sind in festen Seifen überhaupt nicht nötig. Wenn diese vorhanden sind, dann sind sie über einen Umweg in die Stücke gewandert. So kann es z.B. sein, daß ein Algenextrakt – als Zusatzstoff in einer Seife – konserviert werden muß. Wenn dieser Konservierungsstoff des Algenextrakts im Endprodukt Seife nachweisbar ist, muß auch der Konservierungsstoff auf der Seifenverpackung deklariert werden.

6. Naturprodukt Feste Seifen sind viel mehr ein Naturprodukt als die meisten flüssigen Waschmittel, die häufig aus zahlreichen, chemischen Stoffen bestehen, und sie werden auch viel besser wieder abgebaut. Sie schonen die Umwelt.

7. Künstliches Es finden sich zudem nur wenige künstliche Zusätze in festen Seifen. So werden bei der industriellen Produktion neben Farbstoffen und Duftstoffen nur in geringen Mengen weitere synthetische Komponenten benötigt. EDTA (Ethylene-Diamino-Tetra_Acetate – Ethylendiamintetraessigsäure) wird meist als Natriumsalz verwendet, weil es störende Metallionen bindet (gut gegen Verfärbungen und Fleckenbildung im Industrieprozeß) und die Funktion von Konservierungsmitteln unterstützt (entfällt bei festen Seifen). In handgemachten Seifen wird kein EDTA benötigt.

8. Haut waschen Um überhaupt waschen zu können, muß eine Fettwasser-Emulsion hergestellt werden. Bei diesem Vorgang wird nicht nur der fettige Schmutz, sondern auch die oberste Fettschicht der Haut abgelößt und abgewaschen. Flüssige Waschmittel funktionieren da nicht anders. Nur reinigen sie oft nicht so gut und gerade Syndets schäumen deutlich schlechter. Trotzdem gilt: Wir waschen uns zu oft.

9. Rohstoffe Feste Seifen lassen sich zum größten Teil aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen. Feste Seifen bestehen immer aus dem anorganischen NaOH (Ätznatron/ ein Salz/ als Lauge verwendet) und den organischen, natürlichen Fetten (meist pflanzlich, manchmal tierisch). Der Rest sind Duftstoffe, Farbstoffe, Pflegezusätze und bei der Industrieproduktion einige wenige synthetische Hilfmittel, z.B. EDTA.

10. Erdöl läßt sich nicht verseifen, weil Erdöl kein Öl ist (ist vielmehr ein Diesel/ ein Benzin/ ist anorganisch/da ist nichts, was verseift werden könnte) und daraus kann man nur flüssige Waschmittel machen.

11. Bakterien Was viele Leute für besonders hygienisch halten, ist in Wahrheit alles anderes als sauber. Nur feste Seife – auch wenn sie von vielen Menschen gemeinsam benutzt wird – ist von ganz alleine und ohne jeden Konservierungsstoff sauber, keimfrei und bakterizid. Auf der alkalischen Oberfläche haben schädliche Bakterien und Keime nämlich nicht die geringste Chance. Die tummeln sich lieber auf den Pumpspendern.

12. pH-Wert (potentia Hydrogenii/ das Gewicht des Wasserstoffs – der Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist). Dabei wissen wir, daß die Hautoberfläche des Menschen leicht sauer ist (der Wert liegt bei etwa 5,5), der Nullpunkt der pH-Wert-Skala liegt bei 7 (Leitungswasser hat in etwa diesen Wert) und feste Seifen haben einen pH-Wert, der in der großen Masse zumeist zwischen 9 und 11 liegen dürfte. Ist das nicht zu hoch, zu basisch, zu agressiv?

Nein! Der pH-Wert wird bei festen Seifen gemessen, indem man 10g Seife in 100g Wasser auflöst. Mit dem so ermittelten Wert lassen sich nur verschiedene Seifen untereinander vergleichen, denn kein Mensch benötigt für die Körperpflege 10g feste Seife und niemand duscht mit nur 100g Wasser. Dieser Wert ist ein Laborkonstrukt, er sagt nur wenig über die praktische Anwendung aus. Durch die Verdünnung unter der Dusche dürfte sich der pH-Wert von festen Seifen – ohnehin sparsam im Verbrauch – gegenüber Flüssigseifen recht positiv entwickeln; zumal deren leicht saurer pH-Wert durch das neutrale Wasser auch deutlich in Richtung Nullpunkt (pH 7) verschoben wird.

13. Die Form Bei der Verwendung fester Seife spielt auch die Form eine wichtige Rolle. Feste Seifen sind haptisch viel interessanter. Sie lassen sich anfassen, man kann sie greifen und zwischen den Fingern richtig benutzen. Der entstehende Schaum ist auch ein durchaus sinnliches Erlebnis und im Laufe der Zeit verändern Seifen ihre Form.

14. Schön Seifen sind irgendwie schöner. Seifen sind individueller, oft liebevoller verpackt und außerdem kann man Seifen länger aufheben. Man kann Seifen auch sammeln.

15. Praktisches für unterwegs Feste Seifen können nicht auslaufen.

16. Handarbeit vor Ort Weil sich feste Seifen leicht in Kleinstmengen, in Handarbeit herstellen lassen, erfüllen gerade die festen Seifen viele Ansprüche an ein regionales Handwerk, was ohne große Transportwege auskommt. Und selbst bei der Herstellung wäre es möglich, zum Großteil mit heimischen Ölen und Fetten zu arbeiten.

Und abschließend wäre vielleicht noch zu erwähnen, daß die Reinigung der Haut, ein warmes Bad, eine aufmunternde Dusche nicht immer und automatisch mit Hautschädigung und dem Verlust des Säureschutzmantels – als würde man nach dem Bad wehrlos dastehen – gleichgesetzt werden muß. Waschen, einseifen, duschen und baden ist in erster Linie eine Notwendigkeit, ein Genuß und durchaus ein Zivilisationsgewinn; dessen Vorteile ganz sicher die Nachteile mehr als nur ausgleichen. Zumal eine regelmäßige und sinnvolle Körperpflege auch vor Hautkrankheiten schützt.

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