Rasierseife und klassische Nassrasur, Barbershop und Musik, Mühle Rasurkultur und 1000&1 Seife

Von Rasierseifen und Tabula Rasa, von Barbershop und Gesang, von Mühle Rasurkultur und 1000 & 1 Seife und Oskar. Lauter schöne Dinge, die durchaus etwas miteinander gemein haben, die unterhaltsam sind und hoffentlich erklären, warum es hier in den letzten Monaten so wenig zu entdecken gab. Keine Sorge, es ist alles in bester Ordnung und sie werden sehen, die Themen passen zusammen, zumal mit Musik alles leichter geht.

Barbershop und klassische Nassrasur

Barbershop_1_RasurWer heute in die Hackeschen Höfe geht, der wird dort im Hof 4 ein neues Geschäft entdecken können. Den Barbershop, das Geschäft und Ausstellungsraum von MÜHLE Rasurkultur. Genau dort, wo wir bis August 2014 unseren Seifenladen und die Werkstatt hatten. Die Firma Mühle, der Rasierpinselhersteller aus Stützengrün, ist unser Nachmieter am Hackeschen Markt (in den Hackeschen Höfen) und wir sind seitdem in Karlshorst zu finden. Für uns war die schöne Gegend in Berlin Mitte auf Dauer einfach viel zu teuer und da wir uns lieber auf die Herstellung/ die Werkstatt konzentrieren wollten, bot sich der Wechsel einfach an. Und so haben Christian und Andreas Müller, die beiden Brüder und Geschäftsführer der Firma MÜHLE, einen wunderschönen Verkaufs- und Ausstellungsraum eingerichtet, der zugleich ein Barbershop ist, und mit Thomas Kurzweg gibt es sogar einen richtigen Barbier, der Bartpflege, traditionelle Nassrasur und natürlich auch Workshops zum Thema Messerrasur anbietet. Voranmeldung ist nötig.

Barbershop_2_Muehle-StoreWir haben derweil viel Rasierseife produziert. Sehr viel Rasierseife. Um genau zu sein 900 Dosen. 900 Dosen von unserer weichen Rasierseife TABULA RASA mit Stimu-Tex® As.

Tabula Rasa_neu100 davon ohne Duft, 100 mit Kardamom, 100 mit Patchouli, 100 mit Vetyver&Mandarine, 100 mit Koriander&Bergamotte, 100 mit Weihrauch, 100 mit Iso e Super, 100 mit dem Duft des Parfums Steampunk und weitere 100 mit dem Duft des Parfums DEZEMBER. Dazu jede Menge After Shave Gels, die Eau de Toilettes und zahlreiche Shampooseifen. So viele und so große Kisten haben wir noch nie verschickt.

Barbershop_3_Kisten-mit-RasierseifeUnd weil wir all diese Dinge in Handarbeit herstellen, blieb für unser Seifenblog kaum noch Zeit. Doch die Entscheidung, mit der Werkstatt – von der wir ja leben – aus dem Stadtzentrum wegzuziehen, die war goldrichtig. Wir konzentrieren uns auf die Werkstatt und die Produkte, die wir selber herstellen: Dusch- und Badeseifen, Shampooseifen, Rasierseife, After Shave Gel, Schokobade (Badezusatz) und die Parfums. Alles andere ist nur noch nebenher und zugleich bleibt mehr Zeit für schöpferische Dinge und Neuentwicklungen. In Kürze kommt ein neues Parfum – der November – und vielleicht gibt es die Tabula Rasa Rasierseife bald mit Sanddorn Fruchtfleisch-Lipiden.

Doch natürlich besteht weiterhin eine Verbindung zum Hackeschen Markt/ zu unserem alten Standort, weil ich (Erik Kormann) hin und wieder im MÜHLE Store etwas aushelfe, Rasierpinsel verkaufe, vorführe, wie man eine Rasierseife richtig aufschäumt, den Unterschied zwischen Systemrasierer und Rasierhobel erkläre und bei Lust und Laune vor Geschäftsbeginn etwas musiziere. Der Raum hat eine tolle Akustik.

SaxophonAußerdem wird unsere Rasierseife TABULA RASA über die HELDENLOUNGE verkauft und die Heldenlounge gehört zu MÜHLE, fast so wie der Oskar – der es sich natürlich auch im Barbershop gemütlich macht – zur Spandauer Vorstadt/ zu den Hackeschen Höfen. Noch ein Grund mehr, das wunderschöne Geschäft und den dazugehörigen Barbershop von Mühle Rasurkultur zu besuchen.

Oskar-bei-MuehleOskar hatte zuerst nur Bedenken wegen der Rasierpinsel. Aber nachdem wir ihm erklärt hatten, daß Rasierpinsel entweder aus Dachshaar oder Synthetikfasern gefertigt werden war er beruhigt und kommt inzwischen regelmäßig auf ein Schälchen Katzenmilch und Trockenfutter vorbeigeschaut. Oskar auf facebook.

Aber zum Schluß möchte ich doch noch auf die Musik zu sprechen kommen, weil sich hinter dem Wörtchen Barbershop nicht nur die Firma Mühle, Nassrasur und Männerpflege, Rasierseifen und Zubehör verbergen. Barbershop ist nämlich auch ein toller, sehr anspruchsvoller Musikstil, dessen Wurzeln bis weit ins 19. Jh. hineinreichen und der zudem wirklich typisch amerikanisch ist. Wie klingt Barbershop? Klicken sie ruhig auf den folgenden youtube-link: Das OLD SCHOOL Quartet auf dem Internationalen Barbershop Wettbewerb von 2011. Ewas musikalische Untermalung lokert den Text garantiert auf und glauben sie mir: Barbershop ist höchst anspruchsvoll und unterhaltsam.

Barbershop_5_BarbershopQuartet_Disneyworld

Foto: wikipedia, Tammy Green from Chicago, Illinois, USA – Flickr, Barbershop quartet, Disneyworld, Florida, USA, Neel (red stripes), JC (light blue, usually sings with the Voices of Liberty at Epcot), Ken (purple), and Dan (Yes Really! in Yellow)

Und nun stellen sie sich mal eine Zweit vor, in der es noch kein Radio gab (Fernseher natürlich auch nicht). Sagen wir mal 1850 bis 1890. Das kommt gut hin. Zwar waren zum Ende des 19. Jh. hin die ersten Voraussetzungen für Radioaufnahmen und -sendungen bereits gemacht, aber die ersten Radios waren erst ab den 20er Jahren zu haben. Trotzdem gab es Schlager und diese Schlager wurden überall gesungen – zu Hause, auf der Straße und natürlich auch in den Barbershops, wo sich die Herren frisieren und rasieren ließen, weil es elektische Rasierapparate noch gar nicht gab und Herr King Camp Gilette seinen Rasierhobel, den ersten wirklich brauchbaren Sicherheitsrasierer (der den meisten Männern dieser Welt die selbständige Rasur überhaupt erst möglich machte) erst 1901 erfand. Wer also am Sonntag ordentlich rasiert beim Gottesdienst erscheinen wollte, der mußte zum Barbier und spätestens ab Freitag Nachmittag dürfte es sich dort etwas gestaut haben. Kunstück, wer am Sonntag Vormittag ordentlich aussehen möchte, der geht ja nicht schon am Mittwoch zur Rasur, sondern setzt sich am Freitag, besser noch am Sonnabend, zum Barbier und wartet bis er dran ist. Heute wär das alles kein Problem. Erstens wachsen die Herren immer mehr zu und tragen Bart, oder man holt sein Handy raus, steckt sich die Lautsprecher ins Ohr, hört seine eigene Musik, oder starrt wie ein Autist auf den kleinen Bildschirm. Damals gab es diese Formen der privaten Unterhaltung noch nicht und was liegt wohl näher als ein schönes Liedchen, vergeht doch mit Musik die Zeit des Wartens viel schneller. So stimmte der Barbier vermutlich den aktuellsten Schlager an und die wartenden Herren stimmten mit ein. Natürlich A-Capella. Der lead, die Führungsstimme, legt die Melodie vor (seine Tonlage ist etwas unterhalb des Tenors deutlich herauszuhören), dazu ein Tenor für die Verzierungen und der Barriton vervollständigt die Harmonien, während der Baß natürlich für die Tiefen zuständig ist.

Denken sie mal nicht, daß wäre schon alles. Typisch Barbershop ist nämlich die harmonische Auflösung in Richtung Dominantseptakkord (Quintenzirkel). Lead und Bass singen Quinte und Grundton, Tenor und Barriton Terz und Septime und auf jeder Melodienote hat das ganze Quartet zu erklingen. Bleiben noch jede Menge Verzierungen, gestreifte Jacken, die typischen Stohhüte und eine ordentliche Portion Klamauk.

Sinn der ganzen Regeln und Vorschriften? Ganz einfach.  Hatte man erst einmal begriffen, was man wie zu singen hatte, war es nämlich egal zu welchem Barbier man ging (also für die Musik) oder in welchem Quartet man sang. Ohne große Übung und gemeinsames Proben konnte man mit einstimmen – Barbershop ist wirklich viel mehr als Nassrasur.

Und zum Schluß noch ein schöner Link, der gut hörbar macht, wie Barbershop Musik aufgebaut ist: The Music Man

 Die Fotos aus dem neuen MÜHLE STORE in den hackeschen Höfen/ Hof IV verdanken wir dem Künstler Jo Zarth.

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Mit Karl und Horst in Karlshorst in der Wanne

1000&1 Seife produziert und verkauft ab sofort in Karlshorst und das Blog für schöne Seife freut sich über den neuen Standort für den Laden, die Werkstatt und natürlich freuen wir uns auch über den schönen Flyer, welchen wir in Karlshorst verteilen werden, damit alle Karlshorster (und natürlich auch die Karlshorsterin) uns finden. Es ist immer vorn Vorteil, eine künstlerisch talentierte und Grafik studierende Nichte zu haben. Danke Luisa!

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Lifebuoy soap von Unilever. Bilder aus unserer Seifensammlung

Im neuen Geschäft in der Ehrenfelsstraße 9, in Berlin Karlshorst, ist leider für unsere Seifensammlung kein Platz mehr und so bleibt im Moment nur das WWW, um einige schöne und interessante Stücke vorzustellen.

Die LIFEBUOY SOAP von Unilever ist so eine Seife. Nur nicht die Rettungsboje/ den Rettungsring (Lifebuoy) mit einem Boy verwechseln.

Lifebuoy (Rettungsboje/ Rettungsring) soap wurde 1895 als zweite, wichtige Marke in England (nach IVORY SOAP /Proctor&Gamble) von den Lever Brothers eingeführt. Heute wird die Seife noch in Zypern hergestellt und dann weltweit vertrieben. Hauptsächlich aber nach Südostasien, Brasilien, die USA und Kanada. Für England und gern auch Europa wendet man sich im gewerblichen Bedarfsfalle einfach an Richard Langham, den früheren Toningenieur der Abbey Road Studios. Kein Witz, Richard ist im Seifenbusiness, was wir natürlich besonders schön finden. Saubere Sache.

Berühmt oder vielleicht auch berüchtigt war und ist die Seife wegen des sehr speziellen Geruchs und des enthaltenen Triclosans. Ein Bakterienhemmer aus der Stoffgruppe der Phenoxyphenole, die heute sehr in Verruf geraten sind. In Lifebuoyseifen die für den europäischen Markt bestimmt sind, findet sich heute allerdings kein Triclosan mehr und ich bin mir nicht sicher, ob es z.B. im US-Markt noch auftaucht. Allerdings wird (wurde?) auf den indischen- und arabischen Verpackungen noch sehr dafür geworben.

Lifebuoy (mit Triclosan) ist einfach perfekt bei Körpergeruch, unreiner Haut und Pickeln im Gesicht.

Das Problem mit dem Triclosan (PCPP = Polychlorierte Phenoxyphenole) mag bei Seife vielleicht nicht wirklich ein Problem sein, weil Seifen als Abwaschprodukte (der Schaum wird ja bei der Benutzung sofort wieder abgewaschen) kaum eine längere Einwirkzeit auf die Haut haben. Doch Triclosan fand sich in Zahnpasta und Deos und wurde auch sonst recht gern in allen möglichen Desinfektionsmitteln, Haushaltsreinigern (gern in Zahnarztpraxen) und Waschmitteln eingesetzt. Und hier liegt der Hase im Pfeffer! Weil es zu Resistenzbildungen gegenüber Bakterien kommen kann und Kreuzresistenzen mit den ganz ähnlich wirkenden Antibiotika Doxycyclin und Ciprofloxacin befürchtet werden, ist man heute bei der Verwendung von Triclosan eher sparsam. Muß ja nicht sein.

Die unterschiedlichen Verpackungsfarben, z.B. gelb und grün (hauptsächlich in Indien und Asien eingesetzt) sind nur eine Markenerweiterung für andere, moderne Duftvarianten der ursprünglich roten Lifebuoy Verpackung.

Aber in eine ordentliche Seifensammlung gehört auf jeden Fall eine Lifebuoy soap.

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1000&1 Seife, die neue Adresse in Berlin Karlshorst

Wir sind umgezogen!

Ab sofort findet man die Seifenwerkstatt und den kleinen Laden in Berlin Karlshorst, in der Ehrenfelsstraße 9 (10318 Berlin) und jetzt am Sonnabend werden wir den neuen, kleinen Laden mit Freunden und Bekannten und hoffentlich auch einigen neuen Kundinnen und Kunden einweihen.

Unsere (vorläufigen) Öffnungszeiten

Dienstags bis freitags von 11 bis 19 Uhr und am Sonnabend von 11 bis 18 Uhr.

Sonntag und Montag geschlossen.

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“Kernseife ist das Beste …” und so natürlich und rein und praktisch und billig.

Bei so vielen positiven Eigenschaften verwundert es nicht, wenn sich immer wieder Leute bei uns im Laden zu Wort melden, die es sicher gut mit uns meinen und die neben zahlreichen anderen Sprüchen wie z.B. “Ich nehm seit Jahren schon keine Seife mehr, ich wasch mich nur noch mit Wasser” auch immer wieder empfehlen, die eigene Seifenproduktion einfach einzustellen und nur noch Kernseife anzubieten, weil Kernseife einfach das Beste ist und zudem nüscht kostet.  So ein Stück echte Kernseife, die reinste und beste Seife überhaupt, bei Rheuma mit ins Bett gelegt, hilft Wunder bei zahlreichen Erkrankungen und nach dem Krieg, da war die Seife besonders gut – weil so schön hart. Alles klar. Ach überhaupt, damals war alles schöner und besser und billiger und Kernseife ist einfach so natürlich.

Ich weiß immer nicht, ob das schon erste Anzeichen einer senil verklärten Nachkriegsromantik sind oder ob die betreffenden Personen meinen ich wäre nicht ganz richtig im Kopf. Aber erstens war nach dem Krieg nicht alles besser und schöner und ich frage mich schon, wie man die Bilder aus Dresden einfach so vergessen kann und außerdem hat ein Stück Seife auf dem Schwarzmarkt ganz schnell mal 50 Mark und mehr gekostet. Woher ich das weiß? Nun, ich lese z.B. lieber Heinrich Böll “ALS DER KRIEG ZU ENDE WAR” als dass ich diesem Geschwafel folge. Allerdings finde ich die Beobachtung, daß auch junge Leute inzwischen mit diesen großelterlichen Ratschlägen zum Thema Kernseife ankommen ausgesprochen interessant (und verwunderlich). Grundseife ist ebenfalls ein schönes Wort.

Kernseife ist einfach etwas ganz Besonderes.

(Diese Haushaltsseife wurde von Ende der 1940er Jahre an bis Mitte der 60er in Zeulenroda/ Thüringen produziert. Die Marke EPISAN wurde 1960 angemeldet.)

EPISAN mit Salmiak, Terpentin und Benzin ist ein schönes Bsp. für die Natürlichkeit von Kernseife/ Haushaltsseife, was mir in diesem Zusammenhang sofort einfällt. Ich assoziiere bei der Produktbeschreibung allerdings nicht so sehr Natur sondern doch eher Tankstelle. Gut, die Sache mit dem Benzin dürfte so nicht funktioniert haben, weil Benzin einfach viel zu flüchtig ist. Da braucht man was Langkettiges wie Diesel. Aber warum gerade Kernseife – die immer schon mit unterschiedlichsten Zusätzen für die verschiedensten Zwecke angereichert wurde – als natürlichste Seife überhaupt angesehen wird, bleibt mir ein Rätsel.

Alle Kernseifen, so wie wir sie heute kennen, waren und sind das schäumende Zeugnis von Industrialisierung und Massenproduktion. Voraussetzungen für derartige Groß-produktionen waren riesige Schlachtereien (Fettgewinnung) und erst seitdem es Dampfmaschinen und moderne Fabrikationsanlagen gab, war die Herstellung von solchen Stückzahlen überhaupt erst möglich. Man nutzte minderwertige Fette und Öle, die bei der Verarbeitung und Herstellung von Kerzen anfielen, um Kernseifen in großen Mengen zu produzieren und ohne die Erfindung des “TUBULAR TWIRLs” von Campbell Morfit (1820-1897/ Chemiker) wäre dies gar nicht möglich gewesen. Morfit war auf die Idee gekommen, Wasserdampf mit viel Druck direkt in den Seifenkessel zu pressen und damit die flüssige Masse in einem Arbeitsgang zu erhitzen und zu bewegen. Zu dieser Zeit entwickelte man die ersten, großen Schneidemaschinen, erfand Verfahren um den Rindertalg zu weißen und alle Rückstände aus dem Endprodukt zu entfernen. Ohne Fließbandproduktion – angefangen in den großen Schlachthöfen – wäre die Massenproduktion von Kerzen, Kernseifen und Feinseifen überhaupt gar nicht möglich gewesen.

Bis zu diesem Zeitpunkt (also bis Mitte des 19. Jh.) war die Herstellung von Seifen, das Sieden im offenem Kessel, ein handwerklicher Herstellungsprozeß in Kleinstbetrieben. Zuerst mußten die Rohstoffe gereinigt werden (Knochenreste entfernen/ Fette und Öle klären), Lauge aus Pottasche zubereiten, einen ganzen Tag lang sieden und dabei ständig mit einem langen Stab umrühren damit nichts an der Kesselwand anbrennt, mit Kochsalz aussalzen, dann Klarsieden (vollständiges Aussalzen), Trennung von Lauge und Seife, Abschöpfen und Einformen, Abkühlungsphase (erste Aushärtung), Zuschneiden und anschließende Trocknung der einzelnen Stücke.

Das Endprodukt Kernseife wurde vornehmlich als Haushaltsseife verwendet und diente zur Reinigung von Textilien, Fußböden und anderen zu säubernden Gegenständen. Der Körper gehörte da erstmal gar nicht dazu. Auf die Idee, sich selber mit Seife zu waschen, kam die Menschheit erst wieder im Verlauf des 19. Jahrhunderts und im Zuge einer immer wichtiger werdenden Körperpflege (der Hygiene) stiegen auch die Ansprüche an die Körperreinigungsmittel und schnell ging man ab Mitte des 19. Jahrhunderts dazu über Toilettenseifen zu produzieren.

Und was tun wir heute, gut 150 Jahre später – wir sind inzwischen zum Mond geflogen, lassen Ohren auf Mäusen wachsen und fummeln in der Genetik von was weiß ich allem herum -? Wir glauben, das Kernseife das beste Reinigungsmittel für den Körper überhaupt sei und erfreuen uns an der ach so naturbelassenen Natürlichkeit. Ganz ehrlich? Alle Seifen sind das Ergebnis eines chemischen Prozesses und auch Naturseifen aus dem Bioladen wachsen nicht am Baum.

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1000&1 Seife präsentiert The North Shore Soap Factory – Aloha, Shaka und Hang Loose

Zwei liebe SUP-Freunde (Stand Up Paddling) sind aus Hawaii zurück und die Seifen-sammlung ist um ein schönes Stück Seife reicher geworden. Die erste Surferseife überhaupt und von der North Shore Soap Factory hatten wir auch noch kein Stück für die Ausstellung. Liebe Tanja, lieber Markus habt recht herzlichen Dank – Aloha.

Und weil ich selbst für mein Leben gern auf dem Wasser bin (Windsurfen, SUP Schwimmen), im Sommer Hawaiihemden trage, die Magnum-Krimiserie liebe und wenigstens “Somewhere over the Rainbow” von Israel Kamakawiwo’ole heimlich mitpfeife, habe ich mich über dieses kleine Stück Seife ganz besonders gefreut. ALOHA, SHAKA und HANG LOOSE – was zum Kuckuck bedeutet eigentlich dieses Handzeichen?

Ganz einfach. Das Zeichen, bei dem Daumen und kleiner Finger von der Faust abgespreizt werden, ist auf Hawaii eine ganz übliche Geste, mit der man cool und locker rüberkommt: Alles in Ordnung. Die Surfer haben sich die Geste zu eigen gemacht und seitdem vergeht kaum ein Surftag, wo man nicht so gegrüßt wird.

Unter Windsurfern aber hat das Zeichen noch eine weitere, sehr reale und praktische Bedeutung. Hier symbolisiert die Faust nämlich den Haken, mit dem man sich (mittels Trapez) in die Trapeztampen einhängt, um auf diese Weise durch das ganze Körpergewicht den Segeldruck von den Armen zu nehmen – Hang loose.

Sieht dann so aus und macht unglaublich viel Spaß.

HAWAIIAN BATH&BODY handcrafted with aloha.

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