Seifenkraut – die passende Pflanze für alle die Seife lieben

Das SEIFENKRAUT Saponaria officinalis gehört zur Odnung der Nelkenartigen (Caryophyllales), in die Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und seinen für SeifenliebhaberInnen so wohlklingenden Namen verdankt es der Gattungsbezeichnung Seifenkräuter (Saponaria) und der jeweiligen Art – in unserem Falle – Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis). Was für ein wohlklingender, vielversprechender Name.

Und dabei ist das Gewöhnliche Seifenkraut eine recht unscheinbare Pflanze, die manchmal auch als Seifenwurz, Echtes Seifenkraut oder Wachwurz bezeichnet wird. Hauptsache Seifenkraut, denkt sich der Seifenfreund/ die Seifenfreundin, der Name ist Programm und Musik in unseren Ohren. Nur warum hat die Pflanze diesen Namen?

Am bekanntesten ist diese Gattung durch das von Vorderasien und Südeuropa bis nach Deutschland an den Hecken und Flußufern verbreitete, in Gärten häufig,  auch in gefüllten Formen, kultivierte und durchaus verwilderte Seifenkraut, S. officinalis, ein bis 1 m hohes Gewächs, dessen hell fleischfarbene bis weiße, in großen Blütenständen beisammenstehende Blüten erst im Hochsommer erscheinen. Die viel Saponin, einen stark schäumenden, krazend schmeckenden Stoff, enthaltende Wurzel wurde früher allgemein und noch heute gelegentlich sowohl in Deutschland wie auch in Südeuropa zum Waschen, besonders von Kleidern mit empfindlichen Farben, benutzt und gelangt als Seifenwurzel (Radix saponariae) in den Handel; schon Hippokrates kannte dieses Waschmittel.

Aus Otto Warburg: „Die Pflanzen Welt„, in III Bänden, Band I., Bibliographisches Institut, Leipzig, 1923, S. 570

Interessant für die Verwendung als Waschmittel sind die Rhizome des Seifenkrauts (die Wurzeln/ der Wurzelstock, 2 Bez. die nicht ganz richtig sind, aber der allgemein. Verständlichkeit halber hier genannt werden). Ein Rhizom, und das ist der korrekte Begriff, sollte nicht mit einer Wurzel verwechselt werden, weil es ganz anders als dieses Geflecht, aus verdickten Internodien (Teil der Sproßachse) besteht, keine Kalyptra (Wurzelhauben) besitzt und ganz anders als Wurzeln mit Blattnarben bestückt ist. Anschauliches Bsp. für ein schönes Rhizom ist der Ingwer.

Als waschaktive Substanz ist in den Rhizomen Triterpensaponin (etwa 3 bis 5%) enthalten. Man kann einen wässrigen Auszug anfertigen und diesen für die Reinigung der Kleider verwenden. Die Verwendung der anderen Pflanzenteile ist möglich, bringt aber nicht so viel und es sei auch gleich dazugesagt, daß die wässrigen Auszüge aus Blättern und Blüten, als Beigabe für Waschmittel und Shampoos, manchmal auch als Tee (Expektorans) verwendet, ganz wunderbar die Haut reizen können. Wozu? Nur weil es pflanzlich ist?

Vorsicht wäre in jedem Fall bei der innerlichen Anwendung geboten. Denn obwohl die Pflanze im wahrsten Sinne des Wortes ein Kulturbegleiter ist und vermutlich seit Jahrtausenden schon angepflanz wird, in diesem Zusammenhang natürlich auch für medizinische Zwecke eingesetzt wurde (und auch noch wird), sollte man wissen, daß Saponindrogen zu Erbrechen führen können, weil sie schwach giftig wirken. Jedenfalls empfehlen wir allen, die ein schleimlösendes Medikament benötigen, zuerst einen Arzt und anschließend eine Apotheke aufzusuchen, weil das der richtige Weg wäre. Und wer meint, er hätte mit dem Seifenkraut ein biologisch, naturverträgliches Waschmittel, dem sei gesagt, daß diese Saponine durchaus stark giftig für Fische sein können, was mit einem Stück Seife aus Pflanzenölen bestimmt nicht passiert.

Trotzdem eine sehr schöne und interessante Pflanze, dieses SEIFENKRAUT.

Über erik

Ich bin nur der, der hier schreibt. Die mit den Seifen, das ist Xenia Trost und die hat sich 1000&1 Seife ausgedacht.
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