SUNIL – Für das strahlendste Weiß ihres Lebens – bringt Freude bei der Hausarbeit und das schöne Seifenblog setzt gleich mal eine Waschmaschine an.

und kostet nur DM 0, 75 für ein Normalpaket. Ja das waren noch Zeiten. Die Hausfrau strahlt und selbst beim Wäschewaschen sieht sie schmuck und modisch aus, und das für den Preis. Kein Wunder, daß viele Leute der guten alten Zeit nachtrauern.

Beim Putzen sollten wir uns schick anziehen, denn die richtige, hübsche Kleidung wirkt sich auf unsere Selbstachtung aus … Wer besser angezogen ist, leistet bessere Arbeit. Eine Frau kann sogar moppen und putzen, ohne wie eine Putzfrau auszusehen. (Horsfield, S. 117)

Und wie werden Waschpulver eigentlich hergestellt? Was sind Waschpulver eigentlich? Richtige Seifen sind ja fest und die Oma hat früher mit Kernseife die Wäsche und überhaupt, da gab es so ein Waschbrett und dann die WM66; in der Luxusversion sogar mit Laugenpumpe. Lang ist es her und seit den 20er Jahren wurden Waschpulver mittels Sprühverfahren hergestellt. Das umständliche Trennverfahren, wo man auf großen Flächen die unterschiedlichen Substanzen, die für ein Waschmittel benötigt wurden, mischen mußte, wurde durch Zerstäuben in Sprühtürmen abgelöst.

Stellen sie sich einen Sprühturm einfach wie eine Art großen Zerstäuber vor, der in der Mitte eines großen Raumes/ eines Kessels steht. Hier wird die vorgetrocknete, noch heiße Seife – auch Waschmittel waren/ sind Seifen – einfach versprüht/regelrecht vernebelt (teilweise unter Vakuum), wodurch das Waschpulver eine sehr feine Struktur bekommt. Jedenfalls ist die Erinnerung an Omas Kernseife und die Arbeit auf dem Waschbrett der Nachkriegszeit geschuldet, wo ein Stück Kernseife oftmals das einzige Waschmittel überhaupt war. Waschpulver selber gibt es schon sehr viel länger.

Die Frau findet im Putzen keine Erfüllung, ganz im Gegenteil. Das Putzen ist der sichere Weg in den Wahnsinn. (Simone de Beauvoir/ „Das andere Geschlecht“, sinngem.)

Und es waren, es sind, immer und immer wieder Frauen, die für Waschpulver und die Reinheit der Wäsche werben. Gern für die weißen Hemden des Mannes, der auf Arbeit einen sauberen Hemdkragen haben soll. Die Frau durchlief dabei eine Art gesellschaftliche Konditionierung, welche häufig schon in Kindertagen begann – vielleicht noch beginnt – und für deren Wirkungsmacht es zahlreiche historische Beispiele gibt. Geschlechter-Rollen als gesellschaftliche Zuweisung: Früh übt sich, wer eine richtig gute Hausfrau werden will.

DIE WÄSCHE Wenn ihre Mutter waschen läßt, Ist`s für Marie ein wahres Fest; Da eilt sie emsig hin und her, Und keine Müh`scheint ihr zu schwer. aus Theodor Hosemann, „Die kleine Hausfrau“ von 1877

Aber wenn wir die Kräfte, die die Putzgewohnheiten unserer Mütter und Großmütter geformt haben wirklich verstehen wollen, müssen wir mehr über die unerbittliche Kontinuität der häuslichen Geschichte erfahren. (Horsfield, S. 51)

Lesetip: Margaret Horsfield „Der letzte Dreck – Von den Freuden der Hausarbeit„, Rütten & Loening, Berlin 1999, 272 Seiten

Über erik

Ich bin nur der, der hier schreibt. Die mit den Seifen, das ist Xenia Trost und die hat sich 1000&1 Seife ausgedacht.
Dieser Beitrag wurde unter UNTERHALTSAMES abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar